Es gibt die neue S3-Leitlinie „Pathogenese, Diagnostik und Behandlung von Redeflussstörungen“,die vor kurzem auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften veröffentlicht wurde. Ärzte, Therapeuten und Patienten sollen hierdurch gesicherte Informationen über das Stottern selbst erhalten (Entstehung des Stotterns, Häufigkeit des Auftretens, mögliche Verläufe und die Remissionsraten), welche Diagnostik- und Behandlungskonzepte zu empfehlen sind oder ob es auch eine Behandlung gibt, die als unwirksam eingestuft wurde.Es soll auch eine verkürzte Patientenfassung der Leitlinie geben, die aber noch in Bearbeitung sind. So sollen auch interessierte Betroffene und besorgte Eltern Aktuelles über dieses Störungsbild erfahren können.

Für das Störungsbild „Stottern“ findet sich in der Leitlinie folgende Definition: „Störung des normalen Sprechflusses und des zeitlichen Ablaufs des Sprechens, die in der Kindheit beginnend, meist über einen längeren Zeitraum hinweg andauert und durch ausgeprägtes Auftreten von mindestens einer der für Stottern typischen Unflüssigkeiten charakterisiert ist, weiterhin durch häufig vorkommende, ausgeprägte Ängste vor Sprechunflüssigkeiten und Vermeiden von Sprechsituationen.“

Typische Stotter-Symptome werden ebenfalls beschrieben:

Wiederholung von Lauten („T-t-tag“), Silben („Sa-sa-salbe“), einsilbigen Wörtern („nimm nimm nimm mich mit“), Lautdehnungen („Mmmund“), Einschieben von Lauten und Silben („ab-ää-ää-wärts“), hörbare oder stumme Blockierungen, ((angestrengtes Geräusch) „.....Bett“) oder („ B (angestrengte Pause)...Bett“).“

Die Ursachen des Stotterns werden folgendermaßen eingeteilt in:

Originäres Stottern:

Das Stottern entwickelt sich in der Kindheit ohne erkennbare Ursache (vielleicht Veranlagung) oder ihm liegt eine angeborene Behinderung zugrunde (syndromales Stottern wie z.B. bei Trisomie 21)

Erworbenes Stottern:

Durch organische und funktionelle Hirnschädigungen (neurogenes Stottern) oder ausgelöst von psychischen Traumata oder psychiatrischen Grunderkrankungen (psychogenes Stottern)

Mangels entsprechender wissenschaftlicher Erkenntnisse können derzeit nur wenige Therapieverfahren empfohlen werden und das Versprechen einer hundertprozentigen Heilung des Stottern wäre momentan unseriös.

(Quelle: Artikel von Dietlinde Schrey-Dern aus Forum Logopädie Heft 6, S.36-39)

 

 

 

 

 

Zugriffe: 1997